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Setzlinge ganz einfach selbst anziehen: Jungpflanzen kauf adé!

Wir zeigen dir wie du im Handumdrehen deine eigenen Setzlinge großziehen kannst.


Warum du deine Setzlinge selbst ziehen solltest

Man unterscheidet Pflanzen insbesondere bezüglich ihrer Empfindlichkeit und Entwicklungsgeschwindigkeit. So können Setzlinge bei noch kalten Temperaturen im Außenbereich einen zeitlichen Vorsprung erhalten. Vor allem aber besonders empfindliche und langsam Entwickelnde Setzlinge genießen den sicheren Innenbereich.

Zum Beispiel Sellerie oder Lauch haben eine lange Entwicklungszeit. Der Kürbis hingegen liebt die Wärme und gehört zu den spät reifenden Sorten.

Ab ins Beet!

"Direkt ins Beet", heißt es bei Wurzelgemüse oder Leguminosen. Also die Direktsaat im Beet. Hier bringst du das Saatgut direkt im vorbereitete Beet aus und es kann dort beginnen zu keimen.


Das brauchst du für deine Setzlinge:

  1. Einen Eimer oder eine Wanne zum Mischen, Trocknen oder Lagern von Erde

  2. Aussaatschalen oder Gefäße. Hier bieten sich größere Klarsichtboxen, kleine Saatgefäße oder Tetra-Pak-Tüten an.

  3. Anzuchtsubstrat zum Mischen, Erde und Sand

  4. Einen Sieb (Haushalts-, Erd- oder Kompostsieb)

  5. Gabel

  6. Keimfähiges Saatgut

  7. Wassersprüher


Das richtige Gefäß für deine Setzlinge

Von Anfang an empfehlen wir ausreichend große Schalen für die Anzucht sowie auch für die Aussaat. So haben die Jungpflanzen ausreichend Platz wenn sie später ins Beet eingesetzt werden. Der für den Anfang manchmal etwas schwierigere Schritt des Pikierens kann somit ganz einfach umgangen werden.

Pikieren kommt aus dem französischen und bedeutet soviel wie "stechen". Hierbei wird vorsichtig der Setzling mit dem Pikierstäbchen aus seiner Anzuchtschale gehebelt.

Für die Anzuchtschalen sind besonders verschließbare Plastikboxen zu empfehlen. Der Vorteil ist, dass die Boxen ihr eigenes Klima schaffen und dieses auch über einen gewissen Zeitraum halten können.


Somit muss deren Inhalt nicht regelmäßig gegossen werden, die Jungpflanzen halten länger ohne Pflege aus und zusätzlich können die Boxen auch noch platzsparend gestapelt werden.


Jedoch sollte man auf die Mindestmaße der Gefäße achten! Dies hängt vollkommen vom Inhalt, also dem Gemüse ab: Salate und Kohlrabis brauchen mindestens 4*4* cm Platz. Hingegen eignen sich 6-8 cm große Gefäße für Gurken und Kürbisse. Am meisten Platz brauchen Tomaten bei der Anzucht nämlich min. 10 cm.



Wenn du dir nicht extra Plastikboxen für das Großziehen anschaffen willst, kannst du auch alte Papp- oder Eierkartons verwenden. Das Pappmaterial saugt gut Feuchtigkeit auf, jedoch gibt es diese auch schnell wieder ab. Dem kannst du mit einem einfachen Trick entgegen wirken, in dem du die Pappkartons in Gefrierbeutel stellst. Das Wasser verdunstet nicht mehr so schnell und du musst die Kartons nicht mehr so oft befeuchten.

Auch alte Holzkisten, mit Folie ausgelegt, mit Erde befüllt und abschließend mit einer Plexiglas-Scheibe abgedeckt eignet sich hervorragend als Anzuchtbehältnis.


Eine weitere Recycle-DIY-Projekt bieten aufgeschnittene Tetra-Paks. Kombiniert mit einer gebrauchten PET-Flasche kannst

du so ein Mini-Gewächshaus bauen:


Das Tetra-Pak bildet mit seiner eckigen Form den Topf. Hingegen aus eine Hälfte der Flasche der transparenten Deckel wird. Natürlich kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen und das Ganze in ein Unikat verwandeln.



Anzuchterde - So geht's!

Was versteh ich unter Anzuchterde?

Ziel deiner eigens hergestellten Anzuchterde ist, dass sich die Pflanzen später leichter an Mikroorganismen und die lokalen Bodenverhältnisse in deinem Garten gewöhnen. Demnach dient die Anzuchterde als Vorstufe oder Eingewöhnungsphase. Denn der spätere Boden ist meist weniger nährstoffreich und deutlich steiniger. Die jungen Pflänzchen könnten so nur schwer ein kräftiges Wurzelwachstum entwickeln.


Anzuchterde herstellen

Folgende Arten vermischt du zu gleichen Anteilen:

  • Handelsübliche, torffreie Aussaaterde (leicht feucht)

  • Ortsüblichen Boden, also am besten von dort wo die Setzlinge später mal wachsen sollen (Am besten ist jedoch die Erde von frischen Maulwurfshaufen aus deinem Garten. Diese ist trockener und porenreicher als trittfester Boden)

  • Nicht zu feiner Sand, zur Lockerung des Bodens (trocken)


Expertentipp: Mit ca. 1 Teelöffel Holzkohlemehl auf ca. 1 Liter hergestelltes Substrat, wird die Feuchtigkeit besser gebunden und die Schimmelbildung vorgebeugt. Verwende hierfür unbehandelte Buchengrillkohle.

Anschließend werden die drei Substratbestandteile und das Holzkohlemehl von Hand vermischt. Größere Steine und Holzstücke entfernt und durch ein Erd- oder Kompostsieb mehrmals gesiebt.



Komposterde solltest du nicht für die Anzucht verwenden, da diese sehr nährstoffreich ist und viele Bodenorganismen bzw. Eier enthält. Deshalb wird auch die fertige Anzuchterde noch gut trocknen, um feuchtigkeitsliebende Kleinstlebewesen zu reduzieren. Diese würden sonst die Keimlinge als Nahrungsquelle nutzen. Auch werden so vom Sonnenlicht die noch vorhandenen Unkräuter zum Keimen angeregt und verdorren schnell wieder.


Wie man richtig aussät

  1. Bevor du mit der Aussaat beginnst befeuchtest du die Erde noch leicht mit einem Wassersprüher. Sei jedoch vorsichtig, denn Jungpflanzen vertragen Staunässe und sauerstoffarme Böden nur schlecht.

  2. Die vorbereitete Erde füllst du nun 5-7 cm hoch in Gefäße. Die Aussaaterde nicht komprimieren, diese soll locker bleiben.

  3. Die Oberfläche kannst du mit einer Gabel ebnen.

  4. Anschließend verteilst du die Samen einzelkornweise oder bei größeren Kästen breitwürfig gestreut.

  5. Mit etwas Sand oder Aussaaterde bedeckst du die Samen bis sie nicht mehr zu sehen sind. Tipp: Samen werden mit so viel Erde bedeckt wie sie selbst dick sind.

  6. Mit kleinen selbst gebastelten Schildern kannst du Art, Sorte und Aussaat-Datum vermerken. Die bessere Lösung bieten dir jedoch die freien Seiten in deinem Permakultur-Kalender.

  7. Optimalerweise positionierst du die Gefäße anschließend vor einem Ost- oder Westfenster, damit diese nicht zu viel und nicht zu wenig Sonne bekommen.

  8. Wenn du deine Pflänzchen mit Rund-um-Sonne glücklich machen willst, kannst du einen Spiegel oder etwas Alufolie als Reflektor rückseitig anbringen.

Nach 1-2 Tagen prüfst du ob sich Schwitzwasser am Rand oder Deckel deiner Gefäße gebildet hat. Ist dies nicht der Fall kann die Saat mit etwas Wasser besprüht werden. Bei größerer Kondenswasserbildung kann der Deckel zum trocknen abgenommen werden.


Insofern du keine Reflektoren anbringen kannst, solltest du die Gefäße regelmäßig drehen, damit die Pflanzen nicht schief wachsen. Schwächere Pflänzchen werden bei zu dicht stehenden Sämlingen vorsichtig herausgezogen sowie kümmerliche Triebe entfernt.


Die Setzlinge zur richtigen Zeit setzten

Auch hier gilt es die Setzlinge zunächst an die neue Umgebung zu gewöhnen. Am besten stellst du sie zunächst tagsüber ohne Deckel in den Halbschatten, später stundenweise vollsonnig. Nachts dürfen sie wieder an ihren alten Standort im Haus zurück. Nach zwei Wochen können sie so nach dem Auspflanzen gut bei dir im Garten weiterwachsen.






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